• titelbild1.jpg
  • titelbild2.jpg
  • titelbild3.jpg
  • titelbild4.jpg
  • titelbild5.jpg
  • titelbild6.jpg
 
 
Gedanken zum Evangelium (1. Adventssonntag)
 
 
Der Zukunftsforscher Harry Gatterer spricht von einer vierten Dimension. Die ersten drei kennen wir: Unten/Oben, Links/Rechts, Vorne/Hinten. Die vierte Dimension, so Gatterer, ist die Dimension des Impliziten, des dahinterstehenden Unsichtbaren. Und diese vierte Dimension nehmen wir nur wahr, wenn wir innehalten, einen Schritt zurücktreten, keinen Aktionismus betreiben, nichts managen, sondern beobachten, achtsam sind und uns auf das Wesentliche einlassen.

Jesus spricht im Evangelium zum 1. Adventssonntag (Mk 13,33-37) von der Zeit.
Was ist das Wesentliche an der Zeit? Der Philosoph Martin Heidegger meint, Zeit sei die gelebte Sorge, also das Besorgtsein und das Kümmern um, das Schauen auf, das Dasein für.

In seinem Gleichnis erzählt Jesus von einem Mann und seinen Knechten. Damit das Miteinander gut funktioniert, braucht es zwischen Mann und Knecht ein gutes Verhältnis, ein gutes, selbstverständliches Verhalten, ein Schauen auf, ein Kümmern um, ein Dasein für. Beide, Herr und Knecht, wissen um ihre Stellung und ihre Bezogenheit aufeinander. Einer hängt vom anderen ab. Da hat ein Schlendrian keinen Platz!

Daher ist es selbstverständlich, dass der Knecht tut, was ihm sein Herr aufträgt. Es ist ja nicht nur ein Auftrag, sondern eine Vollmacht, die der Mann seinen Dienern überträgt. Mit einer Vollmacht ausgestatten ist jeder Diener Stellvertreter seines Herrn, ein ausgewiesener Bevollmächtigter. Der Knecht ist da im Namen seines Herrn!

Dem Türhüter wird aufgegeben, wachsam zu sein. Nicht aus Angst vor seinem Herrn, der plötzlich wiederkommen könnte, sondern aus der Bevollmächtigung heraus. Es geht ja um das gemeinsame Haus, um Einlass und Ausgang, um das Zusammenleben, um eine heilvolle Atmosphäre und um den Besitz.

Da braucht es, neben den drei Dimensionen, die ein Haus besitzt, die vierte Dimension des Impliziten, des dahinterstehenden Unsichtbaren. Da braucht es Gelassenheit, Offenheit, eine positive Lebenseinstellung und die freudige Erwartung: Der Hausherr kommt wieder!

Ich glaube nicht, dass uns Jesus mit diesem Evangelium überfordern möchte. Ich glaube, dass er uns "gestimmt" will, jederzeit einsatzbereit, die Melodie des Lebens zu spielen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen der Kirchenverwaltung einen gesegneten 1. Advent, Ihr Thomas Brunnhuber.

 

 
 

---------------------